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MEDIENINFORMATION           28. Januar 2005

Tabak besitzt historische, kulturelle und wirtschaftliche Existenzberechtigung.
Krieg gegen Rauchen ist unverhältnismässig

"Die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zwischen Rauchern und Nichtrauchern muss thematisiert werden", sagt Heinrich Villiger, Inhaber der Villiger-Gruppe, Pfeffikon/LU, am Villiger-Medienlunch vom 28. Januar 2005 im "Zunfthaus zur Saffran", Zürich. Eine rauchfreie Gesellschaft und damit die Ausgrenzung eines gesamten Industriezweigs und der jahrhundertealten Kultur und Geschichte des Tabaks sind das Ziel der Anti-Tabakkampagnen. Die Selbstbestimmung des aufgeklärten Verbrauchers und die freie Meinungsäußerung des Unternehmers wird ignoriert, um im Gegenzug Werbe- und Rauchverbote erlassen zu können. "Damit beginnt die Beschneidung der persönlichen Freiheit der Menschen," so Villiger.

Am Medienlunch für einen vernünftigen Umgang mit dem Tabak brachen die Lanze: Nationalrat Ulrich Giezendanner, Historiker Andreas Steigmeier, Jurist Christian Weiss und Unternehmer Heinrich Villiger.

Heinrich Villiger plädiert an den Verstand des Einzelnen und weist darauf hin, dass die Gesellschaft im Begriff ist, die Aufklärung und deren Werte zu beschränken. Mündig sei derjenige, der mit den Bedürfnissen des anderen tolerant umgehen könne. Das Endziel des Kriegs gegen den Tabak sei eine rauchfreie Gesellschaft. Den Mut, Klartext zu sprechen, hätten die Tabakgegner, insbesondere das Bundesamt für Gesundheit jedoch nicht. Sonst würde jedermann sofort begreifen, dass es um den Entzug der Selbstbestimmung geht.

Villiger weist auf die zentralen Unterschiede zwischen Zigarren und Zigaretten hin. Gerade 1 % der weltweiten Tabakproduktion fällt auf die Zigarrenindustrie. "Die Zigarre ist ein Genussmittel und kein Massenkonsumartikel", sagt Heinrich Villiger. Er weist zudem darauf hin, dass die gesundheitliche Gefährdung des Zigarrenrauchers zumindest umstritten ist und entsprechend nicht geltend gemacht werden kann.

Heinrich Villiger vertritt die Zigarrenindustrie und nicht die gesamte Tabakbranche. Trotzdem müsse aufgezeigt werden, dass Reglementierungen, wie beispielsweise die überzogenen Steuererhöhungen im vorigen Jahr in Deutschland wohl einen massiven Absatzrückgang der "regulären" Zigarette bewirkt haben, die Raucher jedoch auf selbstgedrehte und geschmuggelte Zigaretten ausgewichen seien. Der Ausfall an Zigarettensteuer in der Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr betrug 813 Millionen Euro, der zu weniger als der Hälfte wohl durch Mehrerträge aus der Steuer auf Feinschnitt-Tabaken zum Selberherstellen von Zigaretten aufgefangen werden konnte, aber geraucht wurde deshalb nicht weniger. Die Lücke füllten Schmuggelzigaretten aus östlichen Ländern mit niedrigeren Steuersätzen
Mit der Umsetzung in nationales Recht der Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) der Weltgesundheitsorganisation WHO setzt sich der weltweite Kampf gegen das Rauchen verstärkt fort. Jurist und Mitglied der Geschäftsleitung der Villiger-Gruppe, Christian Weiss, bringt auf den Punkt, dass die FCTC mit ihrem globalen Kreuzzug eine ganze Branche ohne jegliche Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit treffen will. Dies ist für die mittelständische Zigarrenindustrie nicht nachvollziehbar, da der eigentliche Regelungsgegenstand der FCTC, wie auch der gleichlautenden EU-Richtlinie, im Grunde nur die Zigarette ist. Dies wird jedoch durch die Politik und den Gesetzgeber nahezu vollständig ignoriert, mit erheblichen finanziellen Folgen für die schweizerische Zigarrenbranche.

Die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zwischen Rauchern und Nichtrauchern ist – gesteuert von weltweit aktiven Nichtraucher-Organisationen – in vollem Gange. Nationalrat Ulrich Giezendanner erläutert, warum die Ausgrenzung der Raucher und damit eine Einschränkung der persönlichen Freiheit keine Lösung sein kann: es ist der Anfang der Entmündigung des Bürgers. Nach dem Tabak folgt die gesamte Lebensmittelbranche mit alkoholischen Getränken, Zucker und Fastfood. Giezendanner zeigt auf, dass wir damit unsere Selbstbestimmung aufgeben, der Staat nicht nur mehr Macht erhält, sondern zusätzliche Verantwortung übernimmt: "Die Eigenverantwortung darf nicht an den Staat übertragen werden", so der Nationalrat (SVP).

Die Tabakkultur lässt sich zurückverfolgen auf die Ureinwohner Mittelamerikas. Christoph Kolumbus brachte nach der Entdeckung Amerikas den Tabak nach Europa, wo sich der Genuss eher zögerlich ausbreitete: die Tabakpflanze galt als Kuriosität. Erst im 19. Jahrhundert begann sich auch in der Schweiz ein neuer Industriezweig zu entwickeln: die Fabrikation von Zigarren. Der Historiker und Buchautor Andreas Steigmeier erläutert die Entwicklung des Tabaks und zeigt auf, wie im 20. Jahrhundert ein zweiter Trendwechsel stattfindet und das Genussrauchen nach 80 Jahren das Konsumrauchen wieder ablöst.

Die 1888 gegründete Villiger-Gruppe ist ein Schweizer Familienunternehmen in der vierten Generation, das international agiert. Jährlich werden in drei Werken über 500 Millionen Zigarren und Zigarillos produziert. Die Schweizer Produktion befindet sich in Pfeffikon/LU, die deutschen Herstellungsbetriebe in Waldshut-Tiengen und in Bünde /Westfalen. In einem Werk in der indonesischen Freihandelszone Ngoro werden Tabakdeckblätter für die Produktion in Europa aufbereitet.

El Mundo del Tabaco wurde 1998 von Heinrich Villiger mit Sitz in Waldshut-Tiengen gegründet. Die Longfiller-Division der Villiger-Gruppe ist heute einer der führenden Importeure für Premiumzigarren in Deutschland und der Schweiz.

Weitere Auskünfte:

Heinrich Villiger
Villiger Söhne GmbH
Schwarzenbergstrasse 3-7
D-79761 Waldshut-Tiengen

Telefon: [49] 7741 607 100
Fax: [49] 7741 607 103
E-Mail: heinrich.villiger@villiger.de

Links: www.villiger.ch und www.el-mundo-del-tabaco.de

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